
Stichwahl erforderlich
Stichwahlen in der Grafschaft Bentheim
In Nordhorn muss in einer Stichwahl der Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin gewählt werden. Auch im Landkreis wird am 27.09. in einer Stichwahl über eine/n Landrat*in entschieden.
Stichwahl um den Landratsposten am 27. September:
Was planen die Kandidat*innen fürs Rad?
Bei der Landratswahl am 13. September lagen die drei Kandidierenden denkbar knapp beieinander: Kai Schmidt (Einzelbewerber) kam auf 33,88 % (23.063 Stimmen), Silvia Pünt-Kohoff (SPD) auf 33,65 % (22.908 Stimmen) und Anja Terhorst (CDU) auf 32,48 % (22.111 Stimmen) – bei einer Wahlbeteiligung von 60,89 %. Da niemand die absolute Mehrheit erreichte, entscheidet nun am 27. September eine Stichwahl zwischen Schmidt und Pünt-Kohoff, wer Nachfolger*in von Uwe Fietzek wird.
Vor dem ersten Wahlgang hatte der ADFC Grafschaft Bentheim alle drei Kandidierenden zu zwei Themen befragt: Fahrradfreundlichkeit im gesamten Landkreis und Verkehrssicherheit von Kindern. Hier die Positionen der beiden verbliebenen Kandidat*innen – neutral zusammengefasst, ohne Wahlempfehlung.
Fahrradfreundlichkeit in der gesamten Grafschaft
Silvia Pünt-Kohoff (SPD)
Verweist auf ihr bisheriges Engagement: Als SPD-Kreisvorsitzende organisierte sie bereits drei Veranstaltungen mit dem ADFC zum Fahrradklimatest. Als Landrätin will sie u. a. die Kreisstraßen-Radwege auf die Zielbreite von 2,50 m bringen, Kommunen bei fahrradfreundlichen Ampelschaltungen und Beschilderung beraten und eine „Miteinander“-Kampagne fürs Zusammenspiel aller Verkehrsteilnehmenden anstoßen.
Kai Schmidt (Einzelbewerber)
Setzt vor allem auf Koordination zwischen Landkreis und Kommunen: regelmäßiger Erfahrungsaustausch, Unterstützung bei Förderanträgen, ein lückenloses Radwegenetz über Gemeindegrenzen hinweg und bessere Abstimmung bei Planung und Unterhaltung. Ein besseres Testergebnis sei wünschenswert, wichtiger aber, dass Radfahren im Alltag sicher und selbstverständlich erlebt wird.
Verkehrssicherheit von Kindern
Silvia Pünt-Kohoff (SPD)
Nennt „Vision Zero“ als Ziel und will Unfallschwerpunkte rund um Schulen früh entschärfen: veränderte Kreuzungen, Tempolimits, Schulstraßen ohne Elterntaxis, engere Zusammenarbeit mit Polizei, Schulen und Unfallkommissionen.
Kai Schmidt (Einzelbewerber)
Will Gefahrenstellen gemeinsam mit Kommunen, Schulen, Polizei und Verkehrswacht systematisch erkennen: regelmäßige Überprüfung kritischer Schulwege, mehr
Präventionsangebote, sichere Querungshilfen an Schulen/Kitas und datengestützte Unfallanalyse. Er weist zusätzlich auf E-Scooter als wachsenden Faktor im Radverkehr hin.
Die vollständigen Antworten (inkl. Anja Terhorst, CDU, die im ersten Wahlgang ausschied) gibt's beim ADFC
Grafschaft Bentheim nachzulesen. Stichwahl: 27. September 2026.
Nordhorn hat gewählt: Wer wird Bürgermeister – und was bedeutet das für guten Radverkehr?
Keiner der vier Bewerber:innen um das Bürgermeisteramt in Nordhorn hat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Am 27. September 2026 kommt es zur Stichwahl zwischen Christoph Meier und Silvia van den Berg.
Ergebnis im ersten Wahlgang:
Christoph Meier (Bürgerforum Nordhorn): 37,91 %
Silvia van den Berg (SPD): 27,81 %
Marc Binnewies (CDU): 19,86 %
Helge Naber (Einzelbewerber): 14,42 %
Wahlbeteiligung: 56,73 %34,28 % der Stimmen sind mit Binnewies und Naber frei geworden. Meier fehlen noch 12,09 Punkte zur absoluten Mehrheit, van den Berg
22,19 Punkte.
Hier die Positionen der beiden zum Radverkehr aus unserem Kandidatencheck im Vergleich:
Die Themen im Vergleich:
Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden
Van den Berg: Alle Verkehrsteilnehmer sollen miteinander auskommen.
Meier: Faires Miteinander statt Verkehrsteilnehmende gegeneinander auszuspielen.
Verkehrssicherheit
Van den Berg: Sicherheit an den Knotenpunkten als Schwerpunkt.
Meier: Sicherheit im Radverkehr als Schwerpunkt, in Abstimmung mit den Verkehrsbehörden.
Kreuzungen und Ampelschaltungen
Van den Berg: Kompletter Umbau der KreuzungDenekamper Straße/Bahnhof, außerdem Neuenhauser Straße; künftig bei jeder Ampel-Sanierung kürzere Wartezeiten, Aufstellflächen und Grünphasen für Radfahrende mitdenken.
Meier: Engere Zusammenarbeit mit den zuständigen Verkehrsbehörden für radfreundlichere Schaltungen.
Fahrraddiebstahl & Abstellanlagen
Van den Berg: Videoüberwachte Abstellanlagen an zentralen Orten, Anlehnbügel statt alter Vorderradhalter, Codierungsaktionen mit ADFC und Polizei.
Meier: Sichere, beleuchtete Abstellmöglichkeiten, engere Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsdiensten.
Rad plus Bahn und Bus
Van den Berg: Fietsenbus ganzjährig und auf mehr Linien ausbauen, wettergeschützte Abstellanlagen am Bahnhof.
Meier: Bike-and-Ride mit der Bentheimer Eisenbahn an Bahnhöfen und Haltepunkten ausbauen.
Qualität der Radwege
Van den Berg: Eigener, mehrjähriger Sanierungsansatz im Haushalt, getrennt vom laufenden Betrieb.
Meier: Keine explizite Aussage.
Verankerung in der Verwaltung
Van den Berg: Verbindliches Controlling für beschlossene Maßnahmen.
Meier: War als Ratsmitglied an der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts beteiligt, will es konsequent umsetzen und den Dialog mit ADFC, Schulen und Bürgerschaft fortsetzen.
Finanzierung
Van den Berg: Eigener, mehrjährig hinterlegter Haushaltsposten für Radwegsanierung.
Meier: Keine explizite Aussage.
Die Stichwahl findet am 27. September 2026 statt. Die vollständigen Antworten beider Kandidat:innen findet ihr in unserem Artikel : Die Kandidaten zum Radverkehr in der Grafschaft Bentheim
PS: Ein riesiges Dankeschön im Namen des ADFC natürlich an alle „Kandidat:innen“ für die Antworten zum Radverkehr in der Grafschaft und ebenfalls an alle ehrenamtlichen Akteure in der Grafschaft, die für ein politisches Amt kandidiert haben oder sich für diese Wahl an anderer Stelle ins Zeug gelegt haben!
Danke für euren Einsatz in einer demokratische Partei und für unsere Demokratie in der Grafschaft!