30 Jahre ADFC
Am 13.12.2025 wurde der ADFC Grafschaft Bentheim 30 Jahre alt.

Am 13. 12. 2025 wurde der ADFC-Grafschaft Bentheim 30 Jahre
Vor 30 Jahren berichtete die Grafschafter Nachrichten im Dezember 1995 über die Gründung des ADFC in der Grafschaft Bentheim! Die Gründungsmitglieder waren damals Dietgund Mülstegen, Philomena Pesch, Friedrich Verwolt, Karl Stopka, Johann Heck und Hermann Konjer. Hermann Konjer führte den Kreisvorsitz viele Jahre bis 2010 und wurde von Burkhard Werner im Jahre 2010 abgelöst.
Das Fahrrad war vor 30 Jahren auch in der Grafschaft mehr und mehr vom Auto verdrängt worden und die tägliche Nutzung im Alltag oder im Urlaub noch nicht selbstverständlich. Einige Jahre zuvor hatte sich der ADFC-Bundesverband in Bremen als Antwort auf die weltweite „Ölkrise“ gegründet und in vielen Städten und Kommunen entstanden in den Folgejahren regionale Gliederungen.
Bereits ab 1996 forderte der ADFC Grafschaft Bentheim den Fahrradtransport in Bussen und sammelte zur Unterstützung dieser Forderung mehr als 1600 Unterschriften bis dann später der „Fietsenbus“ in der Grafschaft eingesetzt wurde.
1997 hat der ADFC auf die Möglichkeit der gerade eingeführten „Fahrradstraße“ aufmerksam gemacht und die Politik und Verwaltung in Nordhorn haben das Projekt schnell realisiert. Schon damals erklärte man den Wunsch eine „Fahrradfreundliche Region“ in Niedersachsen zu werden. Auch die „Grafschafter Fietsen Route“ wurde mit den ADFC-Aktiven geplant und regelmäßig überprüft. Ebenfalls seit dieser Zeit ist der ADFC in der Radsaison regelmäßig im VVV präsent und informiert über die ADFC-Services.
Weitere Meilensteine waren die regelmäßigen Sternfahrten „Mobil ohne Auto“ zum Kloster Frenswegen, und die Bewerbung der Aktionen: „Mit dem Rad zur Arbeit“, und weiterhin das "Stadtradeln" und den „Fahrradklimatest“.
Nordhorn, Emlichheim und Schüttorf wurden in mehreren Jahren als „Fahrradfreundliche Kommunen“ ausgezeichnet und Nordhorn wurde seit 2014 mehrfach beim ADFC-Fahrradklimatest ausgezeichnet.
Immer wieder engagierten sich die aktiven Radfahrer in der Grafschaft Bentheim.
„Ich selbst war bei der Gründung des ADFC in der Grafschaft gerade 41 Jahre alt und hatte mich soeben aus dem Automobilclub „ADAC“ abgemeldet, weil ich mich dort nicht gut vertreten fühlte. Vielmehr wechselte ich nach kurzer Zeit in den bewusst ähnlich klingenden ADFC, erzählt Burkhard Werner etwas wehmütig, wenn er an seinen Einstieg in den ADFC denkt. Schon bei der nächsten Vorstandswahl wurde er in unterschiedlichsten Funktionen in die ADFC-Arbeit eingebunden. Inzwischen ist er schon seit 2010 als Vorsitzender im Kreisverband des ADFC-Grafschaft Bentheim aktiv.
Weitere sechs Mitglieder unterstützen ihn in seiner Arbeit und setzen sich für eine höhere Fahrradnutzung im Alltag und in der Freizeit ein. „Dabei sind die regionale Verkehrspolitik und Radtouren unsere zentralen Aktivitäten“, fügt Dieter Onnen als einer seiner stellvertretenden Vorstandsmitglieder hinzu. Wir haben wir uns in 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit zu einer über 275 Mitglieder starken Interessenvertretung für Radfahrer entwickelt. Wir verfügen seit vielen Jahren über einen großen Stamm an Tourenleitern und bieten von April bis Oktober mehr als 60 geführte unterschiedlichste Radtouren an. Seit diesem Jahr gibt es auch zwei neu ausgebildete zertifizierte ADFC „TourGuides“, und ein 6-köpfiges ADFC Codierteam, die sich dieser neuen Aufgabe des ADFC in der Grafschaft verschrieben haben.
„Mit der Codierung von Fahrrädern wollen wir uns auch in der Grafschaft Bentheim gegen den Fahrrad-Diebstahl einsetzen“, fügt Dieter Onnen hinzu. Inzwischen wurden in der Grafschaft bereits knapp 100 Fahrräder kodiert und weitere haben sich schon für einen Termin in nächster Zukunft vormerken lassen.
Beginnend mit dem Anfietsen im April eines Jahres legen die ADFC-Tourenleiter tausende von Kilometern bei den regelmäßigen Radtouren ab Nordhorn, Bad Bentheim aber auch anderen Orten in der Grafschaft zurück. Inzwischen ist die überwiegende Zahl der Radfahrer mit E-Bikes unterwegs. Trotzdem gibt es auch unterschiedliche Themenfelder, Tempovorgaben mit denen die Tourenleiter aufwarten können. Sogar eine Liegeradgruppe, die seit über 15 Jahren wöchentlich gemeinsame Ausfahrten anbietet, gehört zu dem ADFC- Angebot.
„Die Vorstandsarbeit als auch die Kommunikation in unserem Verband hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“ beschreibt Wolfgang Fricke seine Arbeit im ADFC-Vorstand . Neben der Einrichtung und Pflege einer modernen Homepage und der Präsenz in den sozialen Medien bearbeitet der ADFC-Themen, die heute auf dem Weg zur erklärten Verkehrswende unerläßlich sind und von den Radfahrern, Mitgliedern und Verkehrsteilnehmern erwartet werden.
Als unser Verein gegründet wurde, war unser heute jüngstes Vorstandsmitglied (Marina Purka) sogar erst wenige Jahre alt, beschreibt Wolfgang Fricke schmunzelnd gerade das Interesse der jüngeren Menschen an der Arbeit des ADFC und fügt hinzu, dass es in einigen Regionen inzwischen schon jetzt auch für junge Menschen den „jungen ADFC“ gibt. Aber derzeit wünschen wir uns in unserer Region noch mehr Beteiligung von jungen Menschen im Alter von 14 - 27 Jahren. Gerade in diesem Alter sind junge Menschen als Schüler, Auszubildende oder Studenten ohnehin verstärkt auf die Nutzung des Fahrrads angewiesen und entwickeln eigene Bedarfe und Erwartungen an die Mobilität.
Inzwischen ist die Grafschaft Bentheim ein Begriff für Fahrradtourismus und hohe Fahrradnutzung geworden. Nahezu alle Kommunen in der Grafschaft haben die Notwendigkeit von Radverkehrskonzeptionen erkannt und setzen diese in jüngster Zeit um. Hierbei wird gerne auf die Hinweise und Erfahrungen der ADFC-Aktiven zurückgegriffen.